SkyWay. Auf welchen Schienen wird der Norden erschlossen?

SkyWay. Auf welchenSchienen wird der Norden erschlossen?
SkyWay. Auf welchenSchienen wird der Norden erschlossen?

Liebe Partner und Freunde von SkyWay,

das belarussische Unternehmen SkyWay bietet seine Transportlösungen auch für die Arktis an.

Bei der Entwicklung der Arktis und der arktischen Regionen diskutieren Experten, worauf man sich konzentrieren sollte. Die Einen kritisieren die bislang unrentable Ölförderung. Andere sagen, dass es sich in Zukunft auszahlen wird. Wieder andere Experten sprechen über die Entwicklung der Nördlichen See Route, der Nord-Ost-Passage. Die Vierten diskutieren, wie realistisch Landwirtschaft in der Tundra ist. Und jemand führt bereits Experimente in dieser Richtung durch.

Aber all das ist nicht aktuell, solange das alte Problem nicht gelöst ist: Die Errichtung einer sicheren geländegängigen Verkehrsanbindung des arktischen Festlands und der Polarregionen.

Darüber sprach Wassiliy Malaschenkov, von sonar2050.org mit Kirill Badulin, Leiter der Abteilung für adressierte Projekte bei der SAO „Strunnije Technologiji“.

Hier das Interview:

Wassiliy Malaschenkov
Wie aktuell sind die von Ihrem Unternehmen SAO „Strunnije Technologiji“ ausgearbeiteten Verkehrs-Lösungen von SkyWay für die Erschließung der nördlichen Gebiete?

Kirill Badulin
Unsere Technologien sind für diese Bedingungen gut geeignet. Erstens ist unser Verkehr umweltfreundlich. Zweitens bieten wir ein sehr hohes Sicherheitsniveau. Das System ist 3 bis 5 Mal kostengünstiger als andere Systeme auf der Erde, 15 bis 20 Mal günstiger als Systeme auf Trägern. Wenn wir über ferne, schwer zugängliche Gelände sprechen, dann ist dies eine einzigartige Lösung. Es geht dabei nicht nur um die Beförderung von Menschen oder Fracht. Die SkyWay-Trassen kann man mit Signalleitungen, Stromkabeln u. ä. verbinden. Wir bauen nicht nur ein Verkehrssystem, sondern eine Infrastruktur nach neuer Logik. Irgendwann benutzte man vor allem das Telefon, heute dient das Smartphone nur noch zu 5 % dem Telefonieren. Das Übrige sind zusätzliche Dienstleistungen. Wir müssen an die Zukunft denken und darüber, wie man eine Transport-Infrastruktur für die Entwicklung der Projekte nutzt und für die Erschließung der Territorien.

Wassiliy Malaschenkov
Ihre Fahrzeuge rollen oberhalb der Erde, auf Trägern. Aber die Polarregion ist sehr groß. Man muss sehr viele Träger errichten. Daneben gibt es Gelände, auf dem die Träger nur schwer zu errichten sind. Es gibt Besonderheiten des Geländes, die jede Träger-Aufstellung unmöglich machen.

Kirill Badulin
Ich verstehe, was Sie meinen. Heute beträgt die maximale Spannweite zwischen zwei Trägern 3 Kilometer. Wir wollen diese Spannweite bis auf 7 Kilometer erweitern. Und die maximale Höhe hängt von den technischen Parametern ab. Wir demonstrieren unsere Lösungen im EcoTechnoPark bei Minsk. Dort ist die Höhe geringer als unter realistischen Bedingen späteren Betriebs. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: Erstens, haben wir einen Test-Abschnitt, dessen Schienenstruktur für die Erprobungen leicht zugänglich sein soll; zweitens haben wir dort eine niedrige Trasse gebaut, damit die potentiellen Auftraggeber, die uns in großer Zahl besuchen, die Fahrzeuge besser in Augenschein nehmen können. Bei realistischen kommerziellen Projekten gehen wir von einer Höhe aus, die die Durchhängung berücksichtigt und den nötigen Sicherheitsabstand zum Boden.
Und noch ein Vorteil. Unser Verkehrssystem kann große Gefälle überwinden: Bei der Eisenbahn ist das höchste Gefälle 9 %, bei unserer Technologie liegt es bis zu 58 %.

Wassiliy Malaschenkov
Wie steht es mit der Vereisung der Schienenstruktur, mit den Schneestürmen? In Polarregionen muss man damit rechnen.

Kirill Badulin
Wir fürchten keine Schneewehen, denn unser Verkehr bewegt sich nicht auf der Erde, sondern darüber. Sprechen wir  über die Vereisung: Als unser erster Prototyp in den Jahren nach 2000 gebaut wurde, haben wir ihn gerade auf seine Standfestigkeit bei Vereisung geprüft. Das war in Russland, noch auf dem Prüfgelände Osjory, wo das Fahrzeug auf der Basis des LKW SIL lief. Es gab starken Frost, wir begossen die Trasse mit Wasser. Es bildete sich eine Eisschicht von 5 Zentimeter. Man hat die Imitation eines Fahrzeugs auf Stahl-Rädern auf diesen Schienen fahren lassen. es hat die Eisschicht zerbrochen. Jetzt haben wir Fahrzeuge einer anderen Generation, man verwendet dort Lösungen, bei denen das Eis nicht zersplittert und die Fahrt dadurch nicht behindert wird.

Wassiliy Malaschenkov
Wie angemessen ist Ihr Verkehrssystem für die Häfen im Norden?

Kirill Badulin
Für die Häfen nutzen wir besondere Lösungen, die wie unser ganzes Verkehrs-System optimal und kostengünstig sind. Dank neuer Logistik beschleunigen wir die Beladung der Schiffe und wir sparen Lagerraum. Das geschieht unterschiedlich: Mit einem Fließband für loses Gut, zum Beispiel. Den Hafen selbst kann man auf das Wasser vor der Küste verlagern, ohne das Ufer-Gelände in Anspruch zu nehmen.

Wassiliy Malaschenkov
Und wie läuft das mit den Standard-Containern auf Ihren Trassen- Strukturen der zweiten Ebene? Stürzen sie nicht ab? Braucht man dafür vielleicht einen neuen Standard?

Kirill Badulin
Nein. Wir projektieren mit üblichen Containern. Man braucht keine anderen zu entwickeln.
Die Fahrzeuge für die Passagiere unterscheiden sich natürlich von denen der Eisenbahn. Aber das logistische Schema ermöglicht, alles im Vergleich zur Eisenbahn um den Faktor 5 bis 7 preisgünstiger zu machen. Der Yuni-Bus fasst zum Beispiel 14 Menschen. Vergleichsweise benötigt er 2,5 Liter Treibstoff auf 100 km bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Heute braucht man für eine Fahrt in schwerzugänglichem Gelände ein Vielfaches davon.

[Quelle: SWC]

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